Die Grenze

Wenn du in Deutschland immer geradeaus fährst, ganz gleich in welcher Richtung, einmal stellt sich dir ein Schild in den Weg:

Grenze zu Tschechien

Halt, Grenze!

Grenze -- hier ist etwas zu Ende, drüben fängt etwas Neues an.

Jeder Staat hat seine Grenze. Aber kein Land spürt sie mehr als Deutschland.

Bist du schon einmal droben gestanden und hast die Sonne über den Bergkuppen aufgehen sehen, über Bergen, die einmal deutsch, die unsere Heimat waren und uns von einem fremden Volk genommen wurden?
Kennst du das bittere Gefühl, das dich beschleicht, wenn du vor dem umgepflügten Streifen stehst und weißt, drüben steht ein Deutscher wie du, aber er darf nicht über diesen schmalen Streifen, weil es eine fremde, feindliche Macht so will?
Dann ahnst du wohl, was der Mensch mit dem Wort Grenze alles verbindet: Hass, Leid, Elend, Grausamkeit.

Grenze bedeutet mehr.

Du siehst sie nicht, sollst sie aber noch oft fühlen.
Diese Grenze steht nicht als Stacheldrahtzaun vor dir, du hast sie dir letztlich selbst zu setzen, je nach deinem Können, hast selbst zu bestimmen:
Halt! Nicht weiter!
Hier hört meine Kraft auf, ab hier weiß ich mehr, ob ich mein Tun einmal verantworten kann.

Und die letzte Grenze:

Gott hat zwischen Wissen und Glauben eine Grenze gesetzt, der du dich unterwerfen mußt.

Die Leistungen des Menschen auf allen Gebieten mögen groß sein, die letzte Erkenntnis in der Natur, die Heiligkeit der Schöpfung wird ihm verborgen bleiben.
Dinge gibt es, die du mit deinem Verstand nicht ergründen, mit Worten nicht ausdrücken kannst.

So steht diese Grenze über dir, um zu zeigen, wie klein doch der Mensch in seinem Handeln ist.
Etwas Höheres steht über dir.
Sei nie überheblich, und denke daran, daß für all dein Tun eine Rechenschaft verlangt wird.

Diese Grenze soll dir dabei helfen.
 

Klaus



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