Bundesthing am 07. / 08. 11. 1964 auf der Freusburg

Der Jungenschaftsbrief Oberbayern berichtet in seiner Nummer 5/64


(Den Berg naufi die langsamsten aber: obi die schnellsten!!!!)

Bericht vom Bundesjungenschaftsthing

Sepp Schlechta Bad Tölz, vertrat den Bezirk Oberbayern beim Bundesthing und schickte diesen Bericht buchstäblich per Telegramm. Wenn dieses Beispiel Schule machen würde, wären wir überglücklich!

Als wir am 7.11. um 6 Uhr früh von München aus aufbrachen, (wir, das waren Arnulf, Dieter, Erik und ich) war alles noch voller Nebel. ln Nördlingen luden wir noch Herwig in unseren Wagen.
Von der Fahrt über Würzburg durch den Spessart nach Frankfurt und dann auf die Freusburg bei Siegen ist nicht viel zu berichten. Die Fahrt war schön nur ein bisschen zu eng (5 Mann od. Brocken im VW). Auf der Autobahn überholten wir den Berg hinunter sogar die schweren Mercedes, denn Arnulf fuhr fast nur Vollgas mit seinem 56iger Baujahr VW! Singend und jauchzend kamen wir dann endlich auf der Freusburg an und wurden von den Vertretern des Landes Hessen empfangen.

Nach großem Hallo und Geschrei gab es endlich einmal wieder etwas zu essen. Nach und nach trudelten alle Teilnehmer ein.
Kaum war die offizielle Begrüßung vorüber, wurde das diesjährige ordentliche Bundesjungenschaftsthing durch Klaus Habermann eröffnet.

Anschließend wurden einige Referate im alten Burgsaal gehalten und danach zur Diskussion gestellt.
In ihnen wurden die Meinungen über das Gesetz der Jungenschaft, Erziehungsaufgaben, Heimatpolitik usw. wiedergegeben.
Als wir uns die Köpfe heiß geredet hatten, kam auch schon die Abkühlung in Form des Abendbrots. Nach kurzer Verschnaufpause gingen die Diskussionen weiter.

Zum Abschluß des Tages wurde noch der Film Die Brücke gezeigt. In ihm sahen wir, sehr gut dargestellt, das sinnlose Morden des Weltkrieges.
Alles war still und nachdenklich als der Film zu Ende war und sich jeder zu Bette begab.

Wir, die Prominenz aus Bayern erhielten natürlich ein Zimmer für uns, während die andern gemeinsam einen Raum erhielten. Am frühen Morgen wurden wir aus den Betten geworfen, aber das Waschen machte auch die letzten Schläfer glockenwach.
Die Morgenfeier war bald vorüber und dann hieß es: „Alle Mann ran!“ Wie üblich waren die Bayern wieder die Letzten am Tisch.

Die Köpfe wurden wieder heiß, als es um die Haltungsfragen der DJO ging. Öfters mußte die Diskussion abgebrochen werden, als sie ins Unendliche zu gehen schien.

Der letzte Punkt im Programm war das Bundesjungenschaftlager 1966. Es soll im Bayrischen Wald in Form eines Geländespieles stattfinden, aber wie gesagt, das Schlußwort ist noch nicht gesprochen!
Und schon nahen das Mittagessen und der Abschluß des diesjährigen Bundesthings.

Das waren die letzten gemeinschaftlichen Handlungen. Kurze Abschiedsworte und die Vertreter der Länder und Bezirke zerstreuten sich in alle Winde.
Wir fuhren wieder dieselbe Strecke zurück nach München.
Viele Leute schüttelten komisch den Kopf, denn das Geschrei und Gelächter (Singen) aus unserem Wagen auf der Heimfahrt erweckte manchmal den Eindruck, als ob es den Insassen irgendwo fehle. Aber das konnte uns nicht stören und wir waren vergnügt.
Abends gegen 24 Uhr fielen wir in München todmüde in die Betten.

Am Montag den 9.11. machte ich noch die Landwehrstraße 5 in München unsicher und kutschierte mit dem Todesfahrer der DJO umher. Wer Hans Jürgen Rettinger kennt, weiß auch wer der Todesfahrer von München ist.
Gegen Abend fuhr ich dann wieder in meine Heimatstadt Tölz zurück.

Sepp


- * - * - * -

Zum Abschluß noch ein Blick auf den Original-Text im Jungenschaftsbrief:

Seite 01
Seite 02



    Home