Kurt Seidel

Ein Brief an Klaus Großschmidt

Detmold, den 28.12.11


Lieber Klaus,

nach dem ich Deine Aufzeichnung über die Jungenschaft gelesen habe, möchte Dir doch noch mitteilen, was ich über die Jungenschaft Schleswig-Holstein so in Erinnerung habe.

Wie Dir bekannt, bin ich als Heimerzieher 1965 nach Büsum–SH gezogen.
In einem Heim unter der Leitung von Hubert Langer, der viele Jahre zuvor, nach Lois Spach das DJO-Heim in Oerlinghausen geleitet hatte.

Hier arbeitete ich in einer Gruppe von 10 Kindern.
Alle Kinder hatten Probleme, schlechtes Elternhaus, Schulprobleme und so weiter.

Weil ich aus der Jungenschaft kam und viel Erfahrung, durch meine Jugendgruppenarbeit mit Jungen hatte, bot ich eine Arbeitgemeinschaft Fahrt und Lager an. Weil ich dies nach dem Gesetz der Jungenschaft tat, wurde es eine DJO-Jungenschaft mit allem drum und dran.

Alle Erzieher und der Heimleiter hatten nichts dagegen, weil alle Jungen begeistert dabei waren.
Wir waren eine Gruppe von 15-17 Jungen aus allen Erziehungsgruppen des Heimes geworden. Selbst in meiner Freizeit unternahm ich Abenteuertouren, Zelten, Wanderungen und alles das was so Jungen begeisterte.

Ich glaube, mir war es gelungen aus schwierigen Jungen eine tolle Gemeinschaft gegründet zu haben.

Irgendwie, hat der Landesverband der DJO SH erfahren was ich in Büsum so treibe. Es dauerte dann nicht mehr lange und die DJO SH hatte mich eingefangen.
Nun nahmen wir von der Jungenschaft Wufl-Isebrand-Büsum an Freizeiten, Treffen und Fahrten des Landesverband SH teil.

In Bosau dem DJO-Landesheim erfuhr ich dann; wo noch andere Jungenschaftsgruppen im Land waren:

  1. Jungenschaft in Ratzeburg - Gruppenleiter: Manfred Handt und Tadder (Spitzname),
  2. Jungenschaft in Elmshorn - Gruppenleiter: Rainer Neufeld später dann Volker Ladtke,
  3. Jungenschaft in Bad Bramstedt - Gruppenleiter: Burkhard Müller und Sönke Rathmann,
  4. Jungenschaft in Lübeck - Gruppenleiter: Hans-Peter Wolf,
  5. Jungenschaft in Walstädt - Gruppenleiter: Volker Stolten,
  6. Jungenschaft in Büsüm - Gruppenleiter: Kurt Seidel und später Sönke Nesse.
    Mit dieser Gruppe nahm ich an den Bundespielen der DJO in Berlin 1968 teil.
    Wir wurden dort 3. Bundessieger der Jungenschaften.
  7. Jungenschaft in Preetz - Gruppenleiter: Kai Andresen.

Von Büsum zog ich dann 1970 weg und übernahm als Heimleiter das DJO-Heim in Oerlinghausen.

Weil mir die Arbeit dort aber nicht zusagte, ich war mehr mit der Verwaltung beschäftigt, als mit Kindern und Jugendlichen, gab ich diese Arbeit wieder auf.
Ich hatte ein gutes Angebot von der AW-Lübeck als stellv. Heimleiter in einem Kinderheim erhalten.

Nun zog ich nach Lübeck und nahm, in meiner Freizeit, an Lehrgängen und Freizeiten der DJO SH teil.
Weil in Lübeck der Gruppenleiter die Jungenschaft nicht mehr weiter machte und die Gruppe aufgelöst wurde, baute ich eine neue Gruppe auf.
Mit dieser Jungenschaft, später dann mit der Jungenschaft Ahrensbök, unternahm ich viele Freizeiten, Großfahrten nach Südtirol, Frankreich und Jugoslawien.

In Jugoslawien schlossen wir mit einer See- Pfadfindergruppe Freundschaft.
Bis zu Zusammenbruch Jugoslawiens und dem Krieg dort, sind wir immer nach Belgrad gefahren, oder die See. Pfadfinder sind zu uns gekommen.
Leider hatten wir nach dem Krieg dort keinen Kontakt mehr. Ich habe keine Anschrift, mir tut dies heute noch weh.

Die Lübecker Gruppe löste sich dann auch auf, weil alle Jungen andere Wege einschlugen, Beruf, Studium u.s.w..

Bei einem Pfingstreffen 1971 wurde ein Thing einberufen und ich zum neuen Landesjungenschaftsführer SH gewählt.
Sönke Rathmann und Volker Stolten Vertreter.

Ich habe dann am 25.April 1976 dieses Amt abgegeben. und wurde zum Landesvorsitzenden der DJO SH in Lübeck gewählt.
Landevorsitzender der DJO SH war ich 18 Jahre lang.

In den Sommerlagern der DJO SH nahmen immer sehr viele Jungen aus Ahrensbök teil. Es bot sich also an, dort eine Jungenschaft aufzubauen. Was ich dann auch tat.
Es dauerte nicht lange und ich hatte eine Gruppe von ca. 60 Jungen zusammen.
Mit dieser Gruppe unternahm ich in meiner Freizeit viele Freizeiten, Zeltlager, Rad-touren und Großfahrten.

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich alles geschafft habe, Stellvertretener Heimleiter, Landesvorsitzender der DJO Schleswig-Holsteins und dann noch eine Jungenschaftsgruppe mit ca. 60 Jungen.

Mit der Ahrensböker Jungenschaft, nahmen wir an vielen Bundeswettspielen der DJO teil. 1981 in Eschwege wurden wir mit der Jungenschaft Freie Hanse - Ahrensbök sogar Bundessieger.
In Eschwege wurde mir auch der Großmeister verliehen.

Ich könnte noch viel über die vielen Freizeiten, Fahrten und Großfahrten erzählen.
Einige Fahrten-Erlebnisse und was ich noch so unternommen habe steht in meinem Buch (M)ein Leben für die Jugend.

Was vor meiner Zeit in der Jungenschaft SH so los war, müsste Lothar Lamb Dir erzählen können.

Wenn mir noch einiges einfällt, so werde ich es Dir mitteilen.
Ich habe noch einige Fahrtenberichte und viele Urkunden von den DJO-Bundesspielen und anderen Wettkämpfen.

Bis dann, viele Grüße Kurt



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